#6 London und Wandertagebuch Teil 1

Nun habe ich mich schon eine Weile nicht mehr gemeldet, das hat aber auch seine Gründe: Zum einem war die WLAN Verbindung meist sehr schlecht, zum anderen war ich auf dem Southwest Coast Path unterwegs. Geplant waren 120km in sechs Tagen, gewandert bin ich schließlich 140km in der selben Zeit. Dazu später mehr. Aber alles der Reihe nach. Nach meinem Aufenthalt in Paris war ich für eine Nacht in London.

London

Da ich London schon kenne, habe ich mir nicht die üblichen Sehenswürdigkeiten angeschaut, sondern die Gegend rund um mein Hostel erkundet. Ich habe mich sofort wohl gefühlt in London. Die Stadt hat für mich viel mehr Charme als Paris und ich würde London immer Paris vorziehen.

Seaton

Nach den paar Stunden in London ging es für mich weiter nach Seaton und zwar nach Beer, wo ich ein Hostel gebucht hatte. Natürlich habe ich einen kurzen Abstecher zum Strand gemacht um dem Rauschen der Wellen zu lauschen.

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Im Hostel teilte ich mein Zimmer mit zwei super sympathische Engländerinnen, die auch den Southwest Coast Path wanderten und mir kurzerhand anboten mich ihnen anzuschließen. Dieses Angebot konnte ich gar nicht ausschlagen und schlussendlich verbrachte ich drei tolle Tage mit Helen, Alice und David.

Wandertag 1

Der Morgen des ersten Wandertages startete mit strahlend blauem Himmel und einem typisch englischem Frühstück mit Bacon & Eggs. Am ersten Tag wurden Helen, Alice und David von Freunden und Familie aus der Umgebung begleitet und so waren wir insgesamt zu siebt an meinem ersten Wandertag. Auf dem Plan standen 27km und um die 1000hm. Die erste Hälfte des Weges verlief abseits der Küste in einem Wald und war geprägt von auf und abs, von Treppen, Matsch und Wurzeln. Endlich angekommen in Lyme Regis machten wir eine kleine Mittagspause bevor wir die zweite Hälfte des Weges in Angriff nahmen. Diesmal wanderten wir mehr an der Küste und auch hier ging es Kliff rauf, Kliff runter und alles noch mal von vorne. Auf dieser Strecke war auch der höchste Punkt des gesamten Weges, nämlich Golden Cap.

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Als wir dann gegen 17:30 Uhr endlich in Seatown angekommen waren, war ich fix und fertig. Der etwa 15kg schwere Rucksack erschwerte mir die Auf- und Abstiege sehr. Hätte ich keine Begleitung gehabt, hätte ich die Etappe wahrscheinlich bei der Hälfte unterbrochen. Aber am Ende des Tages war ich dann doch zufrieden mit meiner Leistung. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass der zweite Tag für mich um einiges schlimmer werden würde.
Bevor ich mich in den Bus nach Bridport setzte, genossen wir noch alle ein Pint Beer im örtlichen Pub. Als ich gegen 20:00 Uhr endlich in meiner Unterkunft in Britport ankam, konnte ich an nichts anderes wie eine Dusche und ein Bett denken.

Wandertag 2

Obwohl das Wetter morgens noch sehr trüb und regnerisch war, besserte es sich schnell und bald strahlte die Sonne vom Himmel. Aber schon beim Aufstehen an meinem zweiten Wandertag merkte ich, dass etwas mit meinem Knie nicht stimmte. Ich hatte ziemliche Schmerzen in meiner Kniekehle. Was morgens noch erträglich war, verschlimmerte sich im Laufe des Tages und am Ende meiner Tagesetappe war es kaum erträglich. Die 20km und schlappe 360hm nach Abbotsbury stellten sich als anspruchsvoller heraus, wie anfangs gedacht und ich hatte vom ersten Schritt an Schmerzen in der Kniekehle, die vorallem bergab besonders schlimm waren. Auch an diesem Tag lenkte mich meine Begleitung von den Strapazen ab und ich konnte trotzdem die schöne Umgebung genießen. Als wir abends in einem Pub den Tag ausklingen ließen, konnte ich erstmals mein Bein wieder richtig entspannen und die Schmerzen besserten sich.

Wandertag 3

Mein dritter Wandertag war zugleich mein letzter Tag mit Helen, Alice und David. Was ich sehr schade fand, denn mit den Dreien war es sehr unterhaltsam. An diesem Tag ging es von Abbotsbury nach Portland. Die Etappe war 22km lang und wir mussten nur 250hm bewältigen. Auch an diesem Tag schien die Sonne und die Etappe war einfach wunderschön. Zwischen Meer und Strand hatte sich über die Jahre ein natürlicher Damm gebildet und dahinter konnte sich die Vegetation richtig entfalten. Auch ist dieser Abschnitt Heimat vieler Schwäne und anderer Vogelarten. Für mich war das einer der schönsten Abschnitte, besonders weil mein Knie sich im flachen Gelände richtig erholen konnte.

Der letzte Teil des Weges nach Portland auf die Isle of Portland verlief neben einer sehr befahren Straße und schien einfach nie zu enden, denn es ging etwa drei Kilometer immer nur gerade aus. Das was ich dann noch von Isle of Portland gesehen habe war richtig schön, ruhig und wenig touristisch. An diesem Tag hieß es für mich Abschied von Helen, Alice und David zu nehmen und die nächsten Tage alleine in Angriff zu nehmen.

Morgen gibt es dann Teil 2 meines Wandertagebuches.

Bis bald,

eure Eva


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