Ich kam zum Kilimandscharo wie die Jungfrau zum Kind. Ich scrollte gerade ziellos durch Instagram, als mir ein Video ins Auge sprang: „Den Kilimandscharo kann man ganz easy über eine Trekking-Route besteigen!“
Konnte das wirklich sein? Ich meine wir sprechen hier vom höchsten Berg Afrikas! Knapp 6.000 Meter hoch! Das klang für mich eher nach Profiabenteuer als nach „einfach so mal rauf“.
Aber meine Neugier war geweckt. Also tauchte ich ab in die Tiefen des Internets und tatsächlich: Der Killi ist technisch nicht besonders schwierig, wenn man sich für die richtige Route entscheidet. Und da war er geboren, der Gedanke, der sich nicht mehr abschütteln ließ: Ich will da rauf.
Und weil ich mich selbst am besten kenne, erzählte ich gleich mal allen von meinem Vorhaben. Nicht nur aus Vorfreude, sondern auch, um mich selbst ein bisschen unter Druck zu setzen: wer’s allen erzählt, kann schlecht kneifen, oder?
Die Zeit war knapp
Es war August. Mein nächster längerer Urlaub: Dezember. Nicht gerade viel Zeit für die Vorbereitung auf ein Abenteuer dieser Größenordnung.
Ich brauchte Ausrüstung. Ich musste ein Visum beantragen. Eine Tour buchen. Flüge organisieren. Und ganz nebenbei: fitter werden.
Wandern gehe ich gerne und auch regelmäßig, ein paar Weitwanderwege hatte ich schon gemacht. Aber 6.000 Höhenmeter? Mit dünner Luft und möglicher Höhenkrankheit? Das war eine andere Nummer.
Also beschloss ich: Ich gehe joggen. In der Augusthitze. Drei Mal pro Woche. Anfangs ein innerer Kampf, aber mit jedem Lauf wurde ich fitter, mental und körperlich. Zusätzlich hatte ich mich entschlossen ab 01. November keinen Schluck Alkohol mehr zu trinken. Und genau das gab mir das gute Gefühl: Ich bin auf dem richtigen Weg.
Welche Route passt zu mir?
Die nächste Frage: Welche Route soll es sein? Ich wollte so wenig Massentourismus wie möglich, so viel Natur wie möglich und möglichst viele verschiedene Landschaften.
Nach langem Hin und Her fiel die Wahl auf die Lemosho Route.

Eine der längsten, abwechslungsreichsten und, laut Berichten, schönsten Wege auf den Killi.
Man startet im Regenwald, durchquert Moorlandschaften, steigt durch alpine Zonen bis in eine bizarre Steinwüste auf. Insgesamt durchwandert man vier verschiedene Vegetationszonen. Traumhaft!

Und das Beste: Die Route eignet sich perfekt zur Akklimatisierung, was mir besonders wichtig war. Denn vor der Höhenkrankheit hatte ich, ganz ehrlich, ordentlich Respekt.
Die richtige Agentur finden
Allein auf den Kili zu gehen ist nicht erlaubt. Seit 1991 sind Solobesteigungen verboten. Das hat mehrere Gründe: Zum einen geht’s um die Sicherheit, zum anderen aber auch darum, die lokale Wirtschaft zu stärken und den sensiblen Nationalpark zu schützen. Es musste also ein Guide her.
Bei der Suche nach einem Touranbieter wurde ich schnell erschlagen: Hunderte Optionen, von eher preiswert bis wahnsinnig teuer.
Ich entschied mich schließlich für einen lokalen Anbieter im mittleren Preissegment, der laut Website Wert auf fairen Umgang mit seinen Mitarbeitenden legt.
Ich schrieb eine E-Mail und nur wenige Stunden später hatte ich eine Antwort von Agnes im Postfach. Sie schickte mir eine Liste mit Infos zur Route, Ausrüstung, Visa & Co.
Ein paar Wochen grübelte ich noch. Dann klickte ich auf „Buchen“. Und plötzlich wurde es real.
Jetzt wird’s ernst
Die Tour war bestätigt, die Flüge gebucht, das Visum beantragt.
Jetzt fehlte „nur noch“ die Ausrüstung.
Einige Dinge hatte ich schon, manches konnte ich mir von Freund:innen leihen und den Rest kaufte ich nach und nach zusammen. Eine Woche vor Abreise war alles gepackt. Dank meiner heißgeliebten To-do-Liste war ich mir sicher: Ich bin bereit.
Die Reise beginnt
Am 2. Dezember brachten mich meine Eltern nach Landeck, von dort ging’s mit dem Zug nach Zürich. Ich hatte ein DesignHotel in dem mir noch unbekannten Stadtteil Sihlcity gebucht und war positiv überrascht: charmant, ruhig, und das fancy Restaurant gleich um die Ecke war ein Volltreffer.



Ich saß da, in einer coolen Location mit Baba Ghanoush, Dumblings, dazu ein Ginger Beer, und dachte mir: Morgen beginnt es. Mein ganz persönliches Abenteuer. Ich weiß nicht, was mich erwartet, aber ich bin bereit, es herauszufinden.
Wie es weiterging lest ihr im nächsten Beitrag.
Hinterlasse einen Kommentar