Kilimanjaro: Die Reise

Irgendwann habe ich aufgehört, nervös vor dem Fliegen zu sein. Besonders wenn ich alleine unterwegs bin, fällt mir das auf. So war es auch diesmal. Ich hatte gut geschlafen in meinem Hotelbett in Zürich, war früh aufgestanden und machte mich, noch ohne Frühstück, mit den Öffis auf den Weg zum Flughafen.

Der Zürcher Flughafen wurde gerade umgebaut, was mir durchaus entgegenkam. Denn so musste ich meine gut 15 Kilo schwere Reisetasche nur wenige Meter vom Bahnhof zur Gepäckaufgabe schleppen. Sehr angenehm.
Trotz seiner Größe ist der Flughafen Zürich unglaublich gut organisiert, sauber, ruhig und einer der angenehmsten Flughäfen, an denen ich bisher war.

Auf dem Weg zum Gate gönnte ich mir noch ein gemütliches Frühstück. Ich liebe es, wenn man beim Reisen nicht hetzen muss, darum war ich früh genug dran. Zwei Stunden vorher dort zu sein, ist hier absolut sinnvoll.

Wie immer hatte ich mir einen Gangplatz gebucht. Klar, der Blick aus dem Fenster hat seinen Reiz, aber ich verbinde den Fensterplatz eher mit Enge, während mir der Gangplatz ein Gefühl von Freiheit gibt. Falls du also je mit mir irgendwohin fliegst: Der Fensterplatz gehört dir 😉

Zehn Stunden Flug lagen vor mir, mein zweiter Langstreckenflug überhaupt. Ich habe viel in Europa bereist, aber wirklich weit weg war ich bisher nur einmal: Mit 19, nach New York. Mein erster Flug überhaupt, mit dem ersten selbst verdienten Geld und einer guten Freundin. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zum Jetzt: Der Flug mit Air Edelweiss war angenehm ruhig. Der Service war top, das Essen lecker, und ich habe mich durch ein paar Filme gezappt. Irgendwann wurde das aber langweilig- Als ich beim Blick aus dem Fenster den afrikanischen Sonnenuntergang sah, der den Himmel in allen Farben erstrahlen ließ, wuchs die Sehnsucht nach dem Ziel. Ich wollte endlich ankommen.

Mit dem Aufsetzen der Maschine am Kilimanjaro International Airport war es soweit: Fester Boden unter den Füßen und tropische 30 Grad auf der Haut. Ein krasser Kontrast zu den winterlichen Temperaturen in Zürich. Ich zog sofort ein paar Schichten aus. Auf einen Schlag war es Sommer und das Anfang Dezember.

Zum Glück hatte ich mein Visum schon vorab online beantragt. So ging die Einreise schnell und unkompliziert. Kaum war ich draußen, wurde ich auch schon von einem strahlenden „Jambo!“ und der warmherzigen Art der Tansanier begrüßt. Felix, mein Fahrer, wartete bereits auf mich.

Die Fahrt nach Moshi, einer kleinen Stadt am Fuße des Kilimandscharo, dauerte etwa eine Stunde. Inzwischen war es dunkel, aber ich sog alles in mich auf. Wir fuhren auf schnurgeraden Straßen vorbei an kleinen Unterständen, die als Behausungen dienten, an Werkstätten, wo Betten und Schränke unter freiem Himmel lagerten. Überall waren Menschen: lachend, kochend, gemeinsam essend. Der Duft ihres Essens wehte zum Fenster herein und machte mich richtig hungrig.

Ich wusste, dass mein Abendessen heute wohl eher funktional ausfallen würde: ein belegtes Brötchen und ein Apfel, die ich noch aus Südtirol dabei hatte. Immerhin.

Gegen 22 Uhr kamen wir im Hotel an, ein schönes Resort in einer der wohlhabenderen Gegenden von Moshi. Kleine, liebevoll gestaltete Hütten mit gepflegter Gartenanlage. Mein Zimmer war im westlichen Stil eingerichtet, sauber und gemütlich.

Bevor ich ins Bett ging, griff ich noch zum Mückenspray. Auf eine Malariaprophylaxe hatte ich verzichtet, denn ich würde die meiste Zeit ohnehin in höheren Lagen verbringen. Aber Mücken lieben mich. Also war der Spray Pflicht.

An der Rezeption hatte man mir gesat, dass ich am nächsten Morgen bereits um sieben frühstücken solle, mein Guide würde mich früh abholen.
Mit einer Mischung aus Vorfreude, Müdigkeit und innerer Aufregung glitt ich in den Schlaf, bereit für das, was vor mir lag.

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